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Sunburn - Phase 201.11.2005
Interview mit Lars

(Erschienen bei Westzeit am 01.November 2005.
Von Axel Nothen)

Und die Jahre ziehen ins Land - und da wird natürlich zünftig weitergerockt und nicht ans Aufhören gedacht. Lieber lernt man aus dem Geschehenen und schiebt sich selbst in die nächste Runde vor. Nach dem furiosen Start mit "Beauty?" folgt nun für das süddeutsche Quintett Sunburn die wahre Standprobe, denn man muss auf zwei Beinen fest stehen können, um sich in diesen Tagen und in diesem Business zu beweisen. Und wer das weiss, ist klar im Vorteil.

Das verflixte zweite Album also nun. Wie gut lief denn das erste und wie zufrieden ist die Band im Nachhinein damit?

"Den Umständen entsprechend würde ich sagen Note 3!", verrät Gitarrist Lars Bischoff. "Damals lief alles etwas chaotisch. Das Label war neu, wir waren neu im Business, und es wurden vielleicht gewisse Prioritäten in Bezug auf Promotion und Budgetverteilung falsch gesetzt... aber gut, Fehler sind da um daraus zu lernen! Alles in allem können wir aber damit zufrieden sein, denn die Songs waren und sind gut, und wenn alles am Anfang perfekt gewesen wäre, hätte man vielleicht keine Möglichkeit mehr gehabt einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Zufrieden sollte man sowieso nie sein, denn das ist im Musikbusiness sehr ungesund."

Ein anderes Studio, ein anderer Produzent, ein etwas derberer Sound – wolltet Ihr Euch klanglich bewusst vom Vorgänger distanzieren bzw. unterscheiden?

"Genau das war der Grundgedanke! Wir hätten auch wieder die Möglichkeit gehabt mit unserem alten Produzenten Ralph Quick zu arbeiten. Er hat von uns Demosongs bekommen fand diese gut und wäre auch bereit gewesen, aber wir hatten uns dann für Jan Loewenhaupt entschieden mit dem wir auch unsere Demos aufgenommen hatten. Das war alles auch keine Entscheidung gegen Ralph Quick, denn wir kamen sehr gut miteinander aus und auch die Zusammenarbeit mit ihm war sehr angenehm, lehrreich und auf ihre Weise gut. Die Entscheidung für Jan kam daher, dass er näher an der Band war, unsere Livegigs mischte, und so genau wusste was Sunburn ausmacht. Ralph steht eher für einen glatten Sound, wohingegen Jan mehr unsere eher rauhe Liveatmosphäre einfängt und gewisse Ecken und Kanten stehen lässt."

Habt Ihr jemals daran gezweifelt, dass ihr songtechnisch noch einmal ein so ausgeglichenes Album hinbekommt oder hattet ihr einen ähnlich großen Grundstock an Songs zur Verfügung?

"Daran gezweifelt hat bei uns keiner. Wir hatten viel mehr das Ziel, ein besseres und vielleicht ein etwas noch ausgeglicheneres Album zu kreieren! Wir hatten wieder recht viele Songs, und auch einige mehr aufgenommen, als letztendlich auf dem Album zu hören sind. Einige der Songs sind auch letztendlich besser geworden als anfangs gedacht."

Gibt es ein textliches Thema auf dem Album?

"Ich bin niemand der sich irgendwelche Geschichten ausdenkt oder erfindet, das ist nicht mein Ding. Logisch ist es vielleicht für viele abgedroschen, über Gefühle zu schreiben, aber nur für den Trend oder den Hype etwas vorzugeben, das man nicht ist, halte ich für unehrlich! Leider trifft das auf den größten Teil in diesem Business zu! Ich bin lieber echt, und das trifft auch auf die anderen aus der Band zu".

Das Artwork ist einmal mehr schlicht gehalten. Let the music do the talking?

"Ich stehe einfach auf das "weniger ist mehr"-Prinzip. Einfache Sachen gut aussehen zu lassen ist immer schwieriger als irgendetwas vollzustopfen. Im Endeffekt verhält es sich mit den Songs ähnlich, denn diese Band steht nicht für einen ultrakomplexen Songaufbau, verzwickte Solos, hochtrabende Texte mit grammatikalischen Höchstleistungen auf Dr.- und Professoren-Niveau... hier steht der Song im Vordergrund und sonst nix!"

Und die Tatsache, dass man Sunburn genau das eben immer noch anhört, ist ein unbestrittener Vorteil auf diesem wilden Terrain. Wenn hier keiner mit der Axt reinfährt wird man von dieser sinnvoll und durchdacht agierenden Band noch viel hören.

SUNBURN "Beauty?" - Kritiken01.06.2003
Diverse Kritiken (Teil 3)

Erschienen im Noisy Neighbours

Es ist soweit: Mit "beauty?" steht das beautiful Release des neuen Albums von beautiful SUNBURN an. Mit diesem Album präsentieren SUNBURN eine souveräne Rock-Platte von überzeugender Qualität. So erwartet den Hörer auf "beauty?" eine breite Palette von Songs, die mal laut, mal melancholisch, und durchgehend intensiv rüberkommen. Durch die gelungene Abwechslung der Stimmung der einzelnen Songs bietet das Album eine Vielschichtigkeit von perfekt ausbalancierter Mischung. Während der Opener "Clean" mit seiner Geschwindigkeit als Showdownmucke auf dem Highway herhalten könnte, geht es langsam aber zielstrebig in die melodiöse Richtung, um mit "If I die" und "Better days" im melancholischen Höhepunkt zu gipfeln. Damit geht der Platte aber keineswegs die Luft aus und so wird bis zum Ende des Albums nochmal anständig rumgerockt und so kann der Hörer mit einem zufriedenen Lächeln leicht paralysiert die CD aus dem Tray nehmen in der Gewissheit ein fettes Stück Rockmusik hergestellt von sachkundigem Fachpersonal in den Händen zu halten. Auch wenn SUNBURN die Musik die sie machen nicht neu definieren, so wissen sie dennoch wie man bereits vorgetrampelte Pfade gekonnt meistert, und zwar so dass es einfach nicht langweilig wird. Der Ball ist noch immer Rund, aber mit "beauty?" fliegt er einfach besser.


Erschienen im "EMP-Magazin", Sommer 2003
(von Sonja Angerer)

Ups, ein Erstling? Hätte man bei dem Plattenfirmen-Debut des oberfränkischen Fünfers nicht unbedingt angenommen, zu routiniert wirken das Dutzend Songs auf "Beauty?". Nun ja, ganz unbeleckt sind sie ja nun auch nicht mehr, bereits 1998 wurden sie für den Deutschen Rockpreis nominiert und veröffentlichten in Eigenregie "Man behind the wall". Nach einigen Irrungen und Wirrungen landeten sie mit Ralph Quick, der sich auch schon der H-Blockx und Die Happy angenommen hatte, im Studio. Hier entstand nun ein Album, das eine eingängige Mischung aus Alternative, Grunge und Radio Rock darstellt, mal streng durcharrangiert wie in "Clean" oder dem seltsam brüchigen Titeltrack, dann wieder dunkel und schwer wie in "Only my life". Manchmal ("Better Days") fühlt man sich ein wenig an Bekanntes erinnert, Pearl Jam heißt die Devise, doch das Album wirkt nie langweilig und gestellt, sondern jung und frisch. Schönheit? Aber sicher - so lange der Spaß, wie beim punk- beeinflussten "Free me", nicht zu kurz kommt.


Erschienen bei "Metal Inside" am 06.05.2003
(von Christoph Stepan)

SUNBURN gehören definitiv zum erlesenen Kreis des vielversprechenden Nachwuchses der deutschen Musikszene und wenn man sich mal vor Augen hält, dass "Die Happy" oder "Stone The Crow" nicht mehr wirklich zum Nachwuchs gehören und mir ansonsten nur noch "Tape" einfallen, ist das schon beachtlich. Die Kulmbacher spielen soliden Alternative-Rock und konzentrieren sich dabei aufs Wesentliche, nämlich eingängige Arrangements und Ohrwurm-Melodien. Nicht selten erinnern die Oberfranken dabei an "Alice in Chains" oder die "Stone Tempe Pilots" und auch wenn Eigenständigkeit nicht gerade eine Stärke der Band ist, machen die Jungs ihre Sache wirklich gut. "beauty?" ist zwar das Label-Debüt der Deutschen, klingt aber trotzdem erwachsen und bodenständig und kann locker mit gängigen Übersee-Standards mithalten. Qualitativ gibt es wirklich rein gar nichts zu meckern, lediglich den eigenen Stempel müssen sich die Jungs noch aufdrücken, um sich aus der Masse der hochwertigen Rockbands heraus zu heben. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Ralph Quick, der schon für "Die Happy" und die H-Blockx" an den Reglern saß und auch im Falle SUNBURN einen ordentlichen Sound fabriziert hat. Für alle, die auf guten, handgemachten Rock ohne Schnörkel stehen, ist "beauty?" sicherlich eine lohnende Anschaffung.


Erschienen bei "Evil Rocks Hard" im Mai 2003
(von Verena)

Die ersten Klänge, die aus meiner Anlage kamen, nach dem ich "beauty?" eingelegt hatte, begeistern mich nicht gerade. Doch es wurde immer besser, bei jedem Lied nicke ich ein bisschen mehr mit und bereits beim zweiten Durchgang wusste ich beim besten Willen nicht mehr, warum ich das nicht gleich gut fand. 1998 schlossen sich Lars (Gitarre), Jürgen (Bass), Ferdinando (Vocals), Nico (Schlagzeug) und Moritz (Gitarre) zusammen um Sunburn zu gründen. Heute sind sie eine 'typische' New Rock-Band, doch kann man sie im Gegensatz zu vielen anderen, nur sehr schwer mit Bands vergleichen. Es handelt es sich hier nicht wieder um eine 08/15-Band, auch wenn sie nicht die Musikgeschichte revolutionieren, so liefert sie ein beeindruckendes Debüt ab. In einer stylischen Papphülle verbirgt sich das Werk, das von Ralph Quick produziert wurde, der auch schon mit "Die Happy" und den "H-Blockx" zusammenarbeitete. Way Back Home kommt mit erfrischenden Melodien, gefolgt von One Man Show, ein klassischer Club-Hit oder auch The Story, ein ballandenhaftes Stück voller Gefühl. Cold Eye ist mein Favorit, hier schafften Sunburn es viele ihrer Talente perfekt zu kombinieren und eine Song zu schreiben, der sowohl Chart-Rock-Fans, also auch echten Rockern gefallen dürfte.
Das ganze Debüt betrachtet komm ich zu dem Schluss, dass wir bei dieser Band doch tatsächlich mal wieder hoffen können, das es endlich besseren Nachwuchs aus Deutschland gibt als die "Superstars".


Erschienen bei "Bumbanet" im Mai 2003
(von Kiara Danewra)

Sunburn sagen selbst, sie kämen aus dem NewTimeRock Genre, was das ist weiß keiner, genauso wird es wohl bei der Heimatstadt der fünf Musiker sein, Kulmbach. Aber das macht nichts, schließlich holte sich die Band Produzent Ralph Quick (H-BlockX, Die Happy) ins Boot und reiste nach Dänemark um ihr zweites Album aufzunehmen. Das Erste konnte bereits eine Nominierung für den "Deutschen Rockpreis 2000" in der Kategorie "bester Song" entgegennehmen. Aber jetzt zu den 12 neuen Songs, die bodenständigen, erdigen Rock abliefern, klassische Rocksongs mit einem Schuss Emotionalität und Melodie. Sunburn haben sich auf "beauty?" in der Mitte zwischen Härte, Songwriting und Eingängigkeit getroffen. Das Rezept funktioniert, das Quintett weiß durchaus zu fesseln und mitzureißen, woran auch sicherlich der druckvolle Sound seinen Anteil hat. Auf Albumlänge vermisst man vielleicht den einen oder anderen entscheidenden Impuls, dafür ist aber für genug Abwechslung gesorgt - und für ein sehr zu empfehlendes Rockalbum.

Wertung: 7/10

CD-Review01.02.2003
(Erschienen im LEGACY 02/2003 [Nr. 24].
Von Sascha Blach)

SUNBURN - "beauty?"

SUNBURN sind eine Alternative-Band aus dem Oberfränkischen, die nach zwei überragenden Eigenproduktionen, welche bereits um Längen ausgereifter klangen als so manche professionelle Label-Produktion, nun endlich auch bei einer Plattenfirma untergekommen sind.

So sind SUNBURN das erste Signing der neugegründeten Firma Zero2Records und können die Frage nach der Schönheit ihres dritten Albums (siehe Titel!) auch einer breiteren Öffentlichkeit stellen.Natürlich steht es außer Frage, daß die Antwort in jedem Fall ein überzeugtes Ja! sein wird, denn SUNBURN intonieren ihren Alternative Rock mit so viel Leidenschaft und Energie, das der Funke zweifelsohne überspringen wird. Hier ist nichts gekünstelt oder an die gängigen Marktmechanismen angepasst, denn wenn die Musiker ihre sanfte und ruhige Seite hervorkehren nimmt man ihnen dies ebenso ab, wie wenn sie es ordentlich krachen lassen.Dabei klingen die fünf Mannen gar nicht mal typisch deutsch, denn wenn man es nicht besser wüßte könnte man doch glatt eine große Ami-Band hinter diesen fetten Klängen vermuten. Rein stilistisch sind SUNBURN von Bands wie Creed, 3 Doors Down oder Nickelback gar nicht so weit entfernt, wenngleich man ein wenig härter und kantiger zur Sache geht und trotz der Ähnlichkeiten über einen bandtypischen, charakteristischen Sound verfügt.Aber da diese Welt eine Ungerechte ist, müssen SUNBURN wohl auch weiterhin mit den Jugendzentren der Nation vorlieb nehmen, während die besagten Bands mit dieser Art von Musik (auf einem keinesfalls höheren qualitativen Niveau!) ganze Stadien füllen.

Bemängeln könnte man an dieser CD allenfalls die Tatsache, daß im Gegensatz zu den Vorgängern "No Belief" und "Man Behind The Wall" ein paar Ohrwürmer fehlen, denn außer Beauty? , If I Die und One Man Show brauchen alle Songs eine Weile eh man sie mitsingen kann. Aber dies wird durch einen anständigen Groove, ein Portion Tiefsinnigkeit und die das Album durchziehende Grundmelancholie wieder wett gemacht. Außerdem hat es ja auch seinen Reiz, ein Album öfter als zwei bis drei Mal zu hören eh die Songs zünden.Positiv erwähnt sei abschließend noch das ungewohnt schlichte, aber gerade deshalb umso wirkungsvollere Artwork, welches das Digipak ziert und sicherlich ein guter Blickfang ist. Fazit: Die angesprochene Zielgruppe sollte nicht zögern und SUNBURN unbedingt ein Ohr leihen, denn es lohnt sich!

12 von 15 Punkten

Qualität aus deutschen Landen10.01.2002
CD-Review

(Erschienen auf Noize.cc am 10. Januar 2002. Von Kathrin Klawitter)

SUNBURN - "Man Behind The Wall"

Es geschah im November des Jahres 1998, als sich fünf Musiker aus dem oberfränkischen Kulmbach zur Band Sunburn zusammenschlossen. Die Jungs bezeichnen sich auf ihrer Homepage selbst als Musiker des New-Time-Rock Genres. Was auch immer das sein mag! Allen, die mit diesen Musikstilkreationen ähnliche Probleme haben, sei gesagt, dass Sunburn in eine allen bestens bekannte Schublade passen. Bei dem aktuellen Album "Man Behind The Wall" handelt es sich nämlich um eine durchaus gelungene Platte aus der Alternativ-Rock-Ecke, à la Nickelback.

"Man Behind The Wall" hat eine Spielzeit von gut vierzig Minuten, was immer wieder überraschend ist, denn die Zeit vergeht wie im Flug. Das Album wird bestimmt durch eingängige, aber trotzdem ausdrucksstarke Rocksongs. Es mangelt allerdings auch nicht an ruhigeren, nicht weniger kraftvollen Stücken. Für letzteres steht der Song "My Love Is Dead", bei dem es sich um eine traurig schöne Ballade handelt. Dominiert wird dieses Lied durch die vielfältige Stimme von Sänger Ferdinando, dem es gelingt auch in ruhigeren Stücken nicht weniger energiegeladen aufzutreten, als beispielsweise beim rockigen "Mindless".
Zu den herausragenden Tracks dieses Albums gehört neben Titeln wie "Man Behind The Wall" oder "My Love Is Dead" auch "Fade Away". Diese Songs machen besonders deutlich, wie harmonisch die fünf Musiker aufeinander abgestimmt sind. Schade ist allerdings, dass dieses ausgewogene Zusammenspiel wenig Spielraum für überraschende Alleingänge lässt.

In Zeiten von Viva Plus, ist es wohl fast schon altmodisch darauf hinzuweisen, dass Sunburn über eine übersichtliche und vor allem informative Homepage verfügen. Weniger ist Mehr! Ein altes Sprichwort, dass bei Viva wohl in Vergessenheit geraten ist, wird hier verwirklicht und so gelangt man binnen kürzester Zeit an alle wissenswerten Informationen über die Band.
"realize you're nothing like dust in the wind..." ist neben der Tracklist zu lesen, doch Sunburn sollten die Chance bekommen mehr zu werden als das, denn an Potential mangelt es den Kulmbachern ganz und gar nicht.

Wertung: 4/6

Heiße Milch mit Honig...09.01.2002
Sunburn: Heiße Milch mit Honig und 28 % Stammwürze

(Erschienen bei SOUNDBASE am 09. Januar 2002.
Von Jens Krüger)

Ein hartes Urteil gleich zu Beginn. Ich halte die deutsche Szene nicht für die begnadetste. Mit anderen Worten: Es ist nicht unbedingt die Regel, dass man vom germanischen Underground positiv überrascht wird. Da freut es einen Rezensenten um so mehr, taucht ein junger und wichtiger noch, motivierter Act wie die Kulmbacher Sunburn auf. "Man behind the wall" knallt unheimlich gut, erstaunt mit einem präzisen und vor allem fetten Sound und steckt nebenbei 80 % der renommierten Bands in die Kiste. Vom Songwriting versteht sich! Als die Scheibe schließlich klammheimlich die Soundbase internen "All Time Top 10" geentert hatte, konnte selbst ich fauler Sack mich nicht davor drücken den Jungs ein paar Fragen aufzutischen. Bassist Jürgen Hetz (JH) hat folgende Antworten auf der Pfanne.

SB: Auf eurer Homepage habe ich herausgefunden, dass ihr alle schon in einigen Bands gespielt habt. Wann und unter welchen Umständen habt ihr denn unter dem Namen Sunburn firmiert?

JH: Nachdem Lars (Git) und ich schon früher zusammen in einer Band gespielt hatten, die sich 1996 dann auflöste und wir zwischenzeitlich in verschiedenen anderen Gruppen in unserer Gegend aktiv waren, hatten wir im Sommer 98 wieder Lust zusammen eine neue Band zu gründen. Wir sind dabei mit sehr genauen Vorstellungen an die Sache gegangen und fragten dann die entsprechenden Leute, von denen wir dachten, das sie auch Lust auf eine Band mit harten Gitarren und melodischem Gesang hätten.Da ich zu dieser Zeit schon sieben Jahre mit Nico (Dr.) in einer Rock-Coverband spielte und er wiederum mit Moritz (Git) zusammen gespielt hatte, hatten wir eigentlich ziemlich schnell die passenden Musiker. Als viel schwieriger sollte sich die Suche nach einem geeigneten Sänger herausstellen. Wir hatten schon einige Grundgerüste für Songs, wußten aber nicht wer den Part des Sängers übernehmen sollte. Durch ein eher belangloses Gespräch mit Ferdinados damaliger Freundin erfuhr Lars, dass sich dessen Band gerade aufgelöst hatte und er ziemlich frustriert sei. Wir luden ihn zu einer Probe ein und natürlich waren wir alle sehr gespannt, denn keiner von uns wußte, ob er überhaupt auf diese Art von Musik Lust hätte. Wir spielten also die besagten Grundgerüste einiger Songs und irgendwann nahm sich Ferdinando einfach das Mikro...und Bingo!!!Vier Monate später nahmen wir dann unser erstes Demo im Homestudio eines Bekannten auf.

SB: Wie seid ihr denn auf den Bandnamen gekommen. Klingt fast nach einem Insider-Witz. Kurzurlaub auf Mallorca und Sonnen-Creme vergessen?

JH: Das mit dem Namen ist eine Sache, die jeder Band auf der Welt passiert. (das kann ich nur bestätigen ;-) d. Red.) Ein guter Name muß her. Nicht zu lang, einprägsam und so bla, bla. Wir hatten einige Abende damit verbracht uns über einen Namen Gedanken zu machen. Es sollte ein Wortspiel werden, dass die Worte "Sun" und "Son" beinhaltete, da diese gleich ausgesprochen werden und man sie bildlich sehr gut umsetzen konnte. "No Name Son" war, glaube ich eine Idee. Das "O" von "Son" wurde dabei durch eine Sonne ersetzt usw. Letztendlich brachte dann Lars den Namen "Sunburn" an, der bei uns zuerst auf gerümpfte Nasen stieß... bis er uns das Logo vorlegte, welches wir alle ziemlich gut fanden. Das wars. Kein Insiderwitz und wenig spektakulär! ;o)

SB: Wie seid ihr eigentlich mit "The Finest Noise" zusammen geraten? Die machen doch normalerweise eher Indy- und noisige Sachen?

JH: In diesem Sommer hatten wir einen Auftritt auf einem Open Air in unserer Gegend bei dem auch die Jungs von Harmful dabei waren. Wir haben uns nach dem Gig unterhalten und sie erzählten ein wenig von BluNoise und das die Jungs ziemlich nett seien. Ich habe dann einfach mal ein Päckchen von uns hingeschickt und anscheinend ist es so, das Keule das macht, womit sich die ganzen großen Labels rühmen: Er hört sich die CD's auch wirklich an. Er hat sich dann bei uns gemeldet und seitdem sind wir bei ihm im Vertrieb.

SB: Aprospros "The Finest Noise". Keule ist ja ziemlich begeistert von euch. Habt ihr schon konkrete Vertrags-Angebote von "BluNoise" oder anderen Labels bekommen? Ich finde es wird langsam Zeit.

JH: Wie Du schon selbst sagst, "BluNoise" macht ja eher eine andere Schiene. Außerdem glaube ich, dass das Label ziemlich ausgelastet ist. Wir lassen es jetzt einfach mal auf uns zukommen. Bis jetzt hat noch keiner bei uns angeklopft und uns etwas angeboten, aber wir werden auch so weitermachen und wollen 2002 auf jeden Fall wieder eine CD aufnehmen. Mit oder ohne Label!

SB: Oh schön, dann gibt's ja bald Nachschub. Im Bandinfo wird übrigens groß auf eure Zusammenarbeit mit Bruno Kramm (Das Ich) hingewiesen. Wie seid ihr denn mit ihm zusammengekommen?

JH: Ferdinando kommt aus Bayreuth, wo "Das Ich" ja auch herkommen. Die Musiker-Szene hängt ja überall zusammen rum und so hat Ferdinando dem Sänger mal ein Tape von uns vorgespielt. Er war recht angetan und hat sich nach einem gemeinsamen Gig als Manager angeboten. Bruno wollte dann für uns eine Promo produzieren.

SB: Da schien es aber im Endeffekt zu Problemen gekommen zu sein?
JH: Ja, das kann man so sagen! Während der Aufnahme der Promo verlor Bruno wohl ein wenig die Lust an uns und so war das Ganze dann nicht mehr so toll. Er ist mit Sicherheit ein guter Produzent, was Elektronik-Musik angeht, aber wir klangen einfach nicht mehr nach uns. Deshalb haben wir uns dann auch entschlossen, die ganze CD noch mal in einem anderen, völlig unbekannten Studio aufzunehmen. Und ich denke, es hat sich gelohnt.

SB: Ist es als relativ unbekannte Band in eurer Region eigentlich schwierig an Konzerte zu kommen? Bei uns in NRW sieht es da teilweise echt dürftig aus. Von wegen "Pay to play" und so eine Scheisse.

JH: Leicht ist es natürlich nicht, aber wir versuchen uns so oft es geht zu bewerben und Auftritte an Land zu ziehen. "Pay to play" habe ich persönlich noch nicht erlebt. Wir versuchen eben einfach immer neue Kontakte zu knüpfen und hoffen, dass sich daraus der ein oder andere Auftritt ergibt. Bis jetzt hat das auch ganz gut geklappt.

SB: Wer ist denn eigentlich der Typ auf dem Cover. Der sieht ja reichlich nach Kloppe aus?

JH: Wenn Du mit "Kloppe" gefährlich meinst, kann ich dich beruhigen. Er ist ein sehr guter Freund von uns und einer der ruhigsten und nettesten Menschen, die ich kenne! Er mußte schon bei unserem Demo herhalten und sich stundenlang fotografieren lassen!(Danke Frank!!!)

SB: Ich denke ihr habt eure Basis im alternativ angehauchten Rock. Mit Metallica seid ihr auch schon verglichen worden. Nerven euch solche Vergleiche? Und wo würdet ihr euch selbst einsortieren?

JH: Nein. Jede Band wird doch verglichen. Das ist, glaube ich, ganz normal. Wenn ich jemandem der uns noch nie gehört hat erklären muß, wie wir klingen, greife ich auch zu Vergleichen. Die Leuten wollen dich ja immer in eine Schublade einordnen und solange ihnen die Musik gefällt, ist es uns egal, in welcher Schublade wir gerade "aufbewahrt" werden. Es ist doch immer dasselbe: "Band A" hört sich an wie "Band B" und im Prinzip haben sie beide etwas von Black Sabbath, oder? *g*Wir sind, glaube ich in letzter Zeit mit so ziemlich jeder Band verglichen worden, deren Sänger auch nur im entferntesten melodisch singt. Na gut... außer den "Kastelruther Spatzen" vielleicht! (die Kastelruther Spatzen haben definitiv einen melodischen Approach. d. Red.) *g*

SB: Ihr kommt doch teilweise aus Kulmbach. Kommt da nicht auch dieses widerliche Starkbier mit 28% Stammwürze her? Sauft ihr das?

JH: Oh Mann... Also Du denkst wirklich, dass die Bayern alles saufen? (JA!!! d. Red.) Ne, wir sind in der glücklichen Lage zwischen ungefähr 10 Hausbrauereien wählen zu können. Wir trinken aber eigentlich eh nur heiße Milch mit Honig! *g*

SB: Anfang 2002. Guter Zeitpunkt für eine blöde Abschlußfrage: Stoiber oder Merkel? Nein im Ernst, welche Ziele habt ihr euch für das kommende Jahr gesetzt?

JH: Gute Frage! Na, zum ersten natürlich die Aufnahme der neuen CD und natürlich möglichst viel Live zu spielen. Wir hoffen, einfach ein paar mehr Leute erreichen, neue Fans zu gewinnen und die alten nicht zu vergraulen! *g* Man könnte sich das Ziel stecken, einen Deal an Land zu ziehen und so weiter, aber ob das klappt entscheiden eh andere für uns. Wenn sich jemand meldet, wäre es schon gut, aber es ist nicht unser erklärtes Ziel. Wir möchten eigentlich nur weiterhin Musik machen, ab und zu eine CD veröffentlichen und was wichtig ist: immer genügend heiße Milch mit Honig im Backstageraum!!! *g*

SB: In diesem Sinne.

Sänger Jens trieb auf Welle der Euphorie29.12.2001
"Reverb", "Sunburn" und "Jumpin' Juice" bestritten Weihnachtskonzert im "Nepomuk" / Spenden für Waisenkinder

(Zeitungsbericht, der am 29. Dezember 2001 im "Obermain Tagblatt" erschien. Von Stefan Stöckel)

Mann, oh Mann war das eine Sause: Die Bands gaben Vollgas, und die Stagediver flogen im Takt der Musik durch die schweißgetränkte Luft mitten hinein in einen tobenden Pulk aus jugendlichem Überschwang. Das Weihnachtskonzert, das die Kulmbach-Lichtenfels Formation "Sunburn" organisiert hatte, bescherte der Musikkneipe "Nepomuk" wieder ein volles Haus und den Kindern im Bayreuther Waisenhaus ein Lächeln zum "Fest der Liebe".

"I'm Dreaming Of A White Christmas" schmetterte Markus Birger mit betörender Stimme ins Mikro - und allen wurde bewusst: Es weihnachtet mal wieder. Auch die heimische Musikszene hat ihr Herz am rechten Fleck und zeigte sich zum Christfest von ihrer karitativen Seite. Am Merchandising-Stand, wo die Bands für gewöhnlich ihre T-Shirts, CDs und Poster feilbieten, bat man diesmal auch um eine mildtätige Spende für das Bayreuther Waisenhaus.Neben den Fans hatten auch die Gruppen ihre Spendierhosen an, die einen Teil ihrer Gagen spendeten.
FerdinanoNicht nur den elternlosen Jungen und Mädchen, sondern auch den über 500 Fans, die sogar aus Australien und Hamburg angereist waren, schenkten drei der derzeit populärsten heimischen Formationen ein Lächeln: "Reverb" aus Lichtenfels, Gewinner des deutschen Rockoscars, die Kulmbacher Quetschkommoden-Punker "Jumpin' Juice" und die stimmungsgeladenen Grunge-Rocker von "Sunburn".

Zunächst folgte die Ruhe vor dem Sturm - wer könnte dafür besser sorgen als das Quintett "Reverb"? Die Musiker erschufen einen Klangkosmos, in dem sich die Intelligenz und Schönheit zeitgenössischer Popmusik entfaltete und der faltenfrei und in jugendlicher Pracht erstrahlte. Aus diesem Holz geschnitzt waren Songs wie die neue Komposition "New Diseases", durch die ein Stück jugendliche Unbeschwertheit pulsierte, oder die groovige Parodie auf alle Disko-Eintagsfliegen "Star 152".
Einen ihrer punkigsten Auftritte lieferte die Band "Jumpin' Juice" ab. "Troubled Times - unruhige Zeiten", war ein Titel, der sich mal wieder bewahrheitete. Rassige Gitarrenriffs und fidele Akkordeonklänge ließen schon nach wenigen Sekunden die Dämme der vornehmen Zurückhaltung brechen, verwandelten das Publikum in eine tobende Menge aus Stagedivern und Pogo-Tänzern. Der Funke jugendlichen Überschwangs hatte auch die Musiker erfasst, und so kam es wie es kommen musste: Freudetrunken sprang Sänger Jens Gnan mit weitausgebreiteten Armen in die tobende Menge, ließ sich dahintreiben auf einer Welle der Euphorie.

JürgenMit einem Handicap zu kämpfen hatte die Formation "Sunburn", deren Sänger Ferdinando noch am Morgen mit Fieber und Halsschmerzen im Bett gelegen hatte. Doch ein echter Rock'n'Roller kennt keinen Schmerz: Und so konnte niemand, wahrlich niemand der Magie der groovenden Grunge-Rock-Songs entziehen, auf denen, diesmal nicht ganz so majestätisch Ferdinandos Stimme thronte.
Tatkräftig unterstützt wurde er wieder von den beiden Gitarristen Lars Bischoff und Moritz Bauer, Drummer Nico Hofmann und Bassist Jürgen Hetz, die rockten was das Zeug hielt. Nachdem die Besucher von den Musikern wieder reichlich beschenkt worden waren, war klar, welcher Wunsch im nächsten Jahr auf der Wunschliste der Fans für Weihnachten ganz oben stehen wird: ein Rockfestival im "Nepomuk"

CD-Review25.11.2001
(Erschienen bei SOUNDBASE am 25. November 2001. Von Jens Krüger)

SUNBURN - "Man Behind The Wall"

Darf man eine Underground-Band mit dem gleichen Maßstab bewerten, den man auch bei einem etablierten Act ansetzen würde? Nun, ich denke das hängt davon ab, ob man dem eventuell vorhandenen Potential einer Band den nötigen Schubs in die Professionalität verpassen kann oder ob von Akkord Nr. 1 an Hopfen und Malz verloren ist. SUNBURN gehören eindeutig in die erste Kategorie. Selten habe ich bei einer Newcomer-Band eine derartige Reife im Songwriting-Bereich erlebt, ohne dass auf der anderen Seite Einfallsreichtum oder (im positiven Sinne) Naivität darunter gelitten hätten.

Jetzt werdet ihr euch wahrscheinlich wißbegierig fragen, wo genau ihr SUNBURN einzuordnen habt. Ich würde den Sound der Band als fett groovenden Rock mit schweren Riffs charakterisieren. Mit ordentlich Bottom im Tiefenbereich. Darüber liegt bleischwer der kraftvolle Gesang von Frontmann Ferdinando, der mich in den Bereichen Ausdruck und Phrasierung etwas an Thomas Buchta von Vernissage erinnert. Allerdings etwas druckvoller und dafür weniger verspielt.Bleibt noch die Produktion die zu beurteilen wäre. Und auch damit hat man den Vogel abgeschossen. Man war in der Lage produktionstechnisch die Power zu generieren, die wahrscheinlich nicht nur meiner Meinung für den SUNBURN Band-Sound am zuträglichsten ist.
Was bleibt mir also am Ende übrig, als die Rezension mit folgendem Appell zu beenden?Die Band ist laut Info auf der Suche nach einem Label. Ich kann also den Label-Leuten, die sich jetzt angesprochen fühlen und auf der Suche nach einer richtig guten und motivierten Band sind, den Rat geben, schnellst möglich zuzuschlagen.

Wertung: 9.5/12

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